dies & das
zum informieren

Wind von Steuerbord vor Wind von Backboard



Lee vor Luv

Kleine Vorfahrtlehre

Da es auf dem Wasser (von Ausnahmen abgesehen) keine Straßen oder vorgeschriebene Fahrtrichtungen gibt, gibt es Regeln, die festlegen, wer im Falle einer Begegnung ausweichen muss. Es gibt für Motorboote die Grundregel "rechts vor links", d. h. kommt der andere von Steuerbord, so muss man entweder die Geschwindigkeit reduzieren oder den Kurs ändern.
Als Segelboot hat man, da man vom Wind abhängig ist, gegenüber anderen Fahrzeugen (Motorboote, Ruderboote, ...) Wegerecht, d. h. die anderen müssen ausweichen, wenn es zu einer Kollision kommen würde.
Eine wichtige Ausnahme stellen Schiffe dar, die gewerblich genutzt werden (Fähren, Ausflugsdampfer, Fischer). Auf Binnengewässern haben diese Fahrzeuge immer Wegerecht. Auf dem Meer hat eigentlich das Segelfahrzeug das Wegerecht, aber mit einem smartkat sollte man es besser nicht darauf ankommen lassen und rechtzeitig den Weg freimachen.

Segler unter sich:

Die Vorfahrtsregeln für Segelboote untereinander werden allein durch deren Position zum Wind bestimmt.
Dabei wird folgende Terminologie benutzt:

Für Segelboote untereinander gelten zwei Regeln um herauszufinden, wer das Wegerecht hat und wer ausweichen muss, wenn sie sich begegnen:

Da es auf dem Wasser sehr schwer ist Entfernungen, Winkel und Geschwindigkeiten abzuschätzen, gibt es einen ganz einfachen Trick um festzustellen, ob man sich mit einem anderen Boot auf Kollisionskurs befindet:

Man peilt das fragliche Boot an und schaut, ob es sich gegenüber seinem Hintergrund bewegt. Verschiebt sich der Hintergrund hinter dem Boot, besteht keine Kollisionsgefahr. Wird das Boot vorm Hintergrund einfach nur größer, ist man auf einem Kollisionskurs.

Und immer gilt:

Auch Boote, die im Recht sind, werden bei einer Kollision beschädigt und können sogar untergehen. Deshalb: Auch wenn Wegerecht besteht, immer aufmerksam bleiben!
Die meisten gefählichen Situationen können durch eine frühzeitige, kleine Kursänderung vermieden werden.
Wenn wirklich eine Kollision droht: Das Boot mit Wegerecht muss bei einer drohenden Kollision den anderen zunächst auf sich aufmerksam machen. Weicht dieser dann immer noch nicht aus, muss man selbst im "Manöver des letzten Augenblicks" ausweichen.
Umsichtiges Verhalten ist auf dem Wasser ebenso wichtig wie im Straßenverkehr.



Segelpraxis

Segelpraxis mit dem smartkat

Ablegen/Anlegen

Ablegen

Anlegen

Vor dem Losfahren oder Ablegen schaut man sich an, von wo der Wind weht. Kommt der Wind von links ans Ufer legt man nach rechts ab und umgekehrt. Auf diese Weise schiebt der Wind das Boot vom Ufer weg.
Vor dem Ablegen rollt man zunächst die Rollfock ein und löst die Großschot. Dann schiebt man den smartkat mit zwei, drei Schritten schwungvoll ins Wasser und springt auf. Die Großschot ein wenig dicht holen (dran ziehen) und schon fährt man.
Bei ausreichender Wassertiefe klappt man dann zuerst das Ruder und anschließend das Schwert herunter. Erst jetzt öffnet man die Rollfock. Ist Sie vollständig geöffnet, holt man die Schoten von Rollfock und Großsegel dicht und los geht’s!

Das Anlegen ist am einfachsten mit achterlichem Wind (Wind im Rücken). Beim Ansteuern an das Ufer handelt man in genau entgegen gesetzter Reihenfolge wie beim Ablegen:
Das Großsegel öffnen, um erst einmal Fahrt herauszunehmen, anschliessend die Rollfock einrollen, um noch langsamer zu werden und um freie Sicht erhalten. Ist man nah genug am Ufer, zum Abschluss dann zuerst das Schwert und anschliessend das Ruder hochklappen.

Segelstellung

Je dichter man an den Wind also gegen die Windrichtung fahren möchte, desto flacher müssen die Segel sein. Beim Dichtholen werden die Segel zur Bootsmitte gebracht damit der Wind einfach an Ihnen vorbeistreifen kann (Wind kann nicht um die Ecke gucken). Sonst würden die Segel nur flattern und keinen Vortrieb erzeugen.

Umgekehrt: Je weiter man mit dem Wind oder vor dem Wind fahren möchte, desto weiter müssen die Segel geöffnet werden.

Zur Kontrolle, ob die Fock richtig eingestellt ist, gibt es zusätzlich kleine Trimmfäden. Wenn sie sowohl auf der Innen- wie auch der Außenseite nach hinten wehen, dann stimmt alles. Das Großsegel wird in etwa im selben Winkel wie die Fock eingestellt.

Wende

Halse

Die Wende

Dreht man den Bug des Bootes durch den Wind, d. h. kommt während des Manövers der Wind genau von vorne, spricht man von einer Wende.
Die Wende wird gebraucht, wenn das Ziel in Richtung des Windes liegt. Da man beim Segeln nicht genau gegen den Wind fahren kann, fährt man im Zickzack auf den Wind zu, man kreuzt auf.
Um zu wenden, steuert man auf den Wind zu. Nachdem man Ruder gelegt hat, dreht der Bug Richtung Wind. Man wartet darauf, dass die Segel zu flattern beginnen, das Boot dreht weiter. Erst wenn das Boot mit dem Bug durch den Wind gedreht ist, holt man die Rollfock auf die andere Seite. Das Großsegel wechselt die Seite von ganz alleine.
Wartet man mit dem Loswerfen der Fock bis der Bug bereits durch den Wind gedreht hat, dann bläst der Wind kurz aus der falschen Richtung in die Fock und dreht das Boot weiter. Mit diesem Trick hilft einem der Wind bei der Wende sogar ("Fock back stehen lassen").

Die Halse

Dreht man das Heck (Hinterteil) des Bootes durch den Wind, d. h. kommt der Wind während des Manövers also genau von hinten, spricht man von einer Halse.
Die Halse braucht man, wenn man mit Wind von schräg hinten fährt (Raumschots) und die Fahrtrichtung so ändern möchte, dass der Wind schräg von hinten, aber von der anderen Seite kommt.
Es gilt dabei eine Gefahr zu beachten: falsch ausgeführt könnte der Baum unkontrolliert herüberschlagen.
Um das zu verhindern, kann man das Großsegel vor der Halse dichtholen oder man legt den Baum kurz bevor er von selber herüberschlagen würde, von Hand auf die andere Seite. Richtig ausgeführt ist die Halse ein sicheres Manöver.

Der Aufschießer

Da ein Boot keine Bremsen hat, macht man zum Abstoppen den so genannten "Aufschießer". Man "schießt" in den Wind d. h. man steuert das Boot genau in den Wind, löst die Schoten der Fock auf beiden Seiten und lässt sie einfach flattern. Das Boot bleibt auf der Stelle stehen. So kann man in brenzligen Situationen das Boot schnell und sicher zum Stillstand bringen.

Segeltheorie

Max Oertz hat das vor der Schiffbautechnischen Gesellschaft 1901 so formuliert:
Das Segeln am Winde [...] kann man vergleichen mit dem Segelflug der [...] Schwebevögel. [...] Die Vogelflügel arbeiten jedoch stets in derselben Materie, der sie umgebenden Luft, während das Boot mit dem einen Flügel (der Segelfläche) in der Luft, mit dem anderen Flügel (dem Schwert) im Wasser arbeitet.
Entsprechend der verschiedenen Dichtigkeit dieser Materien [...] steht auch die Größe der Segelfläche zu der des (Schwertes) resp. des Lateralplans in einem gewissen günstigen Verhältnis.
Der Vogel schwebt um so vollkommener, je länger und schmaler die Flügel sind, [...] ähnlich ist es bei einem Boot [...] der schmale, tiefe Lateralplan im Verein mit der dadurch bedingten kleinen benetzten Oberfläche ist ein Charakteristikum des modernen Bootes."

Vorwindkurs

Amwindkurs

Physikalische Grundlagen des Segelns

Ein Segelboot wird durch zwei Effekte vorangetrieben:

  • Winddruck auf die Segel
  • Luftströmung um die Segel
  • Meist überlagern sich beide Effekte.

    Vortrieb durch Winddruck auf die Segel

    Trifft der Wind von hinten (Vorwindkurs) oder von schräg hinten (auf Raumwindkurs) auf das Segel, erfolgt der Antrieb des Boots durch den Widerstand, den die Segel dem Wind entgegensetzen. Die Luftströmung wird dabei unterbrochen und der Wind versucht den Widerstand "wegzuschieben".

    Vortrieb durch Luftströmung um das Segel

    Kommt der Wind von der Seite oder schräg von vorne, verhält sich das Segel strömungstechnisch ähnlich der Tragfläche eines Flugzeugs oder dem Flügel eines Vogels.
    Die Wölbung des Segels, Bauch genannt, bewirkt komplexe aerodynamische Abläufe und Strömungen rund um das Segel.
    Die Luft umströmt die Leeseite des Segels (also die dem Wind abgewandte Seite) schneller als die Luvseite. Auf der Leeseite des Segels entsteht ein Unterdruck, auf der Luvseite ein Überdruck. Der resultierende Druckunterschied erzeugt eine Kraft, die senkrecht auf das Segel wirkt.
    Diese Kraft lässt sich in zwei Teile zerlegen. Ein Teil wird in Vortrieb und der andere Teil (quer zur Fahrtrichtung) in Abdrift nach Lee umgesetzt.
    Diese Querkraft bewirkt dann auch, dass sich das Boot zur Seite legt (krängt).

    Segeltheorie (Schwert und Ruder)

    Das Schwert

    Beim Am-Wind-Fahren kommt das Schwert ins Spiel. Das Schwert stellt einen Widerstand unterhalb der Wasseroberfläche gegen den seitlich wirkenden Winddruck dar und schafft damit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität des Bootes.

    Das Schwert kann aber wesentlich mehr, wenn es prägender Teil eines hydrodynamisch wirkenden Lateralplans ist. Unter dem "Lateralplan" versteht man die Fläche des Unterwasserschiffes unter der Konstruktionswasserlinie. Der "palstek" (Segelfachzeitschrift) schrieb einmal in einer Segeltrimm-Serie: "ohne Lateralplan keine Krängung"!
    Andersherum ausgedrückt: Krängt ein Boot nicht, so hat es keinen wirksamen Lateralplan, keine Geschwindigkeit, kein Segeln hart am Wind.

    Ein hydrodynamisch wirksames Schwert muss verschiedene Bedingungen erfüllen:

    Formgebung:

    Will man schnell und mit möglichst wenig Abdrift hoch am Wind segeln können, braucht man ein Schwert, das viel hydrodynamischen Auftrieb und wenig Widerstand erzeugt:

    Von der Form her also ein langer und schmaler Flügel, wie das schon Max Oertz 1901 erkannte.

    Wirkung des Schwerts

    Die Verwendung modernster Materialien und die Profilierung des Schwertes nach Form einer Tragfläche sorgen beim smartkat dafür, dass das Schwert als "Unterwassertragfläche" dient. Diese "Tragfläche" ist beim smartkat lang und schmal, eine Formgebung, die man auch bei allen aktuellen Regattayachten findet.

    Befestigung:

    Es ist sehr wichtig, daß das Schwert so fest wie möglich montiert ist (wie beim schwebenden Vogel die Flügel), um die im nächsten Abschnitt erläuterten Vorgänge am Schwert überhaupt erst stattfinden lassen zu können.
    Aus diesem Grunde ist beim smartkat das Schwert (das erst direkt über der Wasserlinie anfängt) sternförmig mit Stahlseilen abgespannt.
    Auf diese Konstruktion hat die Firma smartkat ein Patent angemeldet (Patentschrift), d. h. diese Art der Befestigung darf nicht ohne Genehmigung von smartkat kopiert werden.

    Wirkungsweise des Schwerts:

    Fährt das Boot durchs Wasser, strömt das Wasser von vorne kommend am Schwert entlang. Aufgrund der Querkraft der Segel beim Am-Wind-Kurs gibt es aber auch immer eine kleine Abdrift nach Lee.
    Diese leicht schräge Anströmung des Schwerts bewirkt, dass es eine Luv und eine Leeseite am Schwert gibt. Luv und Lee am Schwert sind aber gegenüber dem Luv und Lee der Segel vertauscht.
    An der Strömungsluvseite des Schwerts entwickelt sich ein Über- und an seiner Strömungsleeseite ein Unterdruck. Als Resultat dieser Druckunterschiede entsteht eine quer zur Fahrtrichtung des Bootes wirkende Seitenkraft, die die Abdrift kompensiert (siehe Zeichnung).
    Je besser das Profil des Schwerts berechnet wurde, desto höher ist die Querkraft am Schwert, desto weniger Abdrift, desto weniger bremst das Schwert und desto höher und schneller kann das Boot am Wind fahren.

    Kursstabilität und Manövrierfähigkeit - das Ruder:

    Gut steuern lässt sich ein Boot, wenn das Ruder, das ebenso wie das Schwert als Tragfläche funktioniert, bei Anstellung eine hohe Seitenkraft entwickelt. Diese Seitenkraft sollte an einem Punkt ansetzen, der weit vom Drehpunkt des Bootes entfernt ist, um über einen langen Hebelarm ein großes Drehmoment zu erzeugen. Der Rumpf sollte dieser Drehbewegung wenig Widerstand entgegensetzen.

    Auch diese Bedingungen werden vom smartkat vorbildlich erfüllt.

    Zum Abschluss noch folgendes Fazit:

    Geschwindigkeit (auch wenn sie gerade beim Segeln viel Spass macht) ist - und das mag jetzt manchen überraschen - auch ein Aspekt des sicheren Segelns. In Seglerkreisen gibt es auch den Satz "Sicher Segeln heißt schnell Segeln", denn am verletzlichsten ist ein Boot, wenn es steht. Dann trifft der Wind auf ein stehendes Hindernis und versucht dieses einfach umzuwerfen.
    Ein fahrendes Boot ist immer, zumindest zum Teil, in Richtung des Windes unterwegs. Je schneller, desto weniger die Geschwindigkeitsdifferenz, desto sicherer die Fahrt.
    Eine schnelle Wende fahren zu können - der smartkat kann das dank seines schmalen Schwertes, seines sehr wirksamen Ruders und seines geringen Tiefgangs - ist in diesem Zusammenhang Gold wert.

    Grundsätzlich muss man aber auch sagen:
    Katamarane sind Bauart bedingt weniger anfällig fürs Kentern als z. B. Jollen, denn sie liegen durch die große Breite viel stabiler im Wasser.
    Das Kentern entsteht durch zu viel Druck auf die Segel quer zur Vorausrichtung des Bootes. Wie viel Druck man mit dem Segel aufnimmt, hängt nur davon ab, wie dicht man die Segel holt. Man kann das Segel natürlich auch ganz offen fahren oder die Segelfläche reduzieren (z. B. die Rollfock einrollen).

    Dann wird auch der smartkat zahm wie ein Lamm. Die Frage ist nur, will man das? Am Anfang vielleicht ja, aber sobald man sich auf dem Boot sicherer fühlt, will man mehr.

    Das liegt einfach in der Natur der Sache und das ist auch gut so.

    Viel Spass beim Segeln!

    Windvorhersage

    Wörthsee:

    Link:Wetterdaten und Webcams aus Herrsching/Ammersee


    Altmühlsee:


    Schluchsee:


    Bodensee:


    Segelwetter

    Die folgenden Dienste bieten verlässliche Wind- und Wettervorhersagen für die verschiedensten Segelreviere.

    Muchoviento Wetteronline Windfinder Windguru
    Surf-/Segelspots

    Surf- und Segelspots

    Wenn man mit dem einfach zerlegbaren und transportablen smartkat segeln möchte, ist das genauso schnell und einfach möglich wie mit einem Surfbrett.

    Da es häufig aber auch Naturschutzgebiete gibt sowie Uferschutzzonen ist es nicht immer möglich, überall ins Wasser zu kommen. Auch Parkplätze sollte es in der Nähe geben. Deshalb gibt es umfangreiche Listen von Surfspots, an denen man prima auch mit dem smartkat-Schlauchboot segeln kann:

    Hier zwei hervorragende Links, um Informationen über geeignete Stellen zu erhalten:


    Spotnetz surfspot.de
    Startseite
    Willkommen!
    das Boot
    smartkat
    Die Modelle
    techn.Daten
    Konzept
    Zubehör
    Zubehör
    FAQ
    F.A.Q.
    Infos
    Bootskörper
    Ruder und Schwert
    Takelage und Segel
    Aufbau
    Aufbauvideo
    Tipps
    Videos
    Videos
    Testsegeln
    Übersicht
    Wörthsee
    Schluchsee
    Karlsruhe
    Altmühlsee
    Bodensee
    Berlin
    Baldeneysee
    Service
    Vorfahrtsregeln
    Segelpraxis
    Segeltheorie
    Segeltheorie (Schwert und Ruder)
    Windvorhersage
    Surf-/Segelspots
    Kontakt
    Kontakt
    Haftungsausschluss
    AGB
    Datenschutz
    Copyrights
    Impressum